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Die Familie, die seit 25 Jahren das Gepäck der PGA-Tour-Stars fährt

Hulka Inc. kümmert sich um den Transport der Materialien der PGA-Tour-Stars. (Foto: Getty)

Schläger, Matratzen, Spinning-Bikes: Seit 2001 bringt die Familie Hulka das Gepäck der PGA-Tour-Profis per Anhänger von Turnier zu Turnier.

Die Geschichte von Hulka Inc. beginnt im September 2001 in einer Warteschlange am Flughafen von Baltimore. Steve Hulka, damals Caddie auf der PGA Tour, wollte nach den Anschlägen vom 11. September für eine Beerdigung nach Hause fliegen. Allein die Sicherheitskontrolle dauerte zwei Stunden, obwohl er nur einen Rucksack dabeihatte. Dabei kam ihm ein Gedanke, wie er im Podcast „Fore Play“ von Barstool Sports erzählte: Was passiert erst mit den Spielern, die mit Frau, Kindern, Golfschlägern, Koffern und Kinderwagen unterwegs sind? „Das wird jede Woche ein Chaos“, dachte er sich.

Zu Hause tippte er über Nacht ein achtseitiges Konzept für einen Transportdienst mit Pick-up und Anhänger. Er schickte es an Henry Hughes, damals bei der PGA Tour für die Turnierdirektoren zuständig. Ohne die Erlaubnis der Tour wollte Hulka nicht anfangen. Die Antwort kam schnell: Er solle alles gut absichern, dann könne er loslegen.

Sechs Spieler und ein Scheck auf dem Parkplatz

Ende 2001 ging es los. Die ersten sechs Kunden fand Hulka unter Spielern, die er von der Tour kannte, darunter Ben Crane und Jonathan Byrd. Jeder zahlte 1.500 Dollar, damit Hulka Truck und Anhänger kaufen konnte. Bei der ersten Saison 2002 sprach ihn bei der Bob Hope Classic Corey Pavin an, ließ sich das Konzept erklären und stellte noch auf dem Parkplatz einen Scheck aus.

Das Prinzip ist bis heute gleich: Am Sonntagabend lädt die Familie Hulka Schläger, Koffer und alles andere ein, was die Spieler nicht im Flugzeug mitnehmen wollen. Dann geht es über Nacht zum nächsten Turnier. Die Spieler fliegen ohne Gepäck. Wer sich mit Kollegen einen Privatjet teilt, ist oft auf den Dienst angewiesen, weil sonst nicht alles ins Flugzeug passt.

Vom Vater zum Sohn

Heute führt Sohn Ben Hulka das Geschäft. Er half schon als Schüler in den Sommerferien beim Beladen. Später arbeitete er als Equipment Manager bei den Seattle Seahawks in der NFL, bevor er zum Familienbetrieb zurückkehrte. Mutter Mary fuhr zehn Jahre lang mit Steve über die Tour, später teilte sich Bens Frau Heidi sieben Jahre lang die Fahrten mit ihm.

Als ein Interessent den Eltern eine halbe Million Dollar für die Firma bot, legte Ben sein Veto ein. „Mama, Papa, das ist alles, was ich kenne“, sagte er laut Steve bei einem Abendessen. Statt zu verkaufen, übernahm Ben das Geschäft und zahlt es seitdem in Raten ab. Steve ist inzwischen im Ruhestand.

Matratzen, Spinning-Bikes und ein Elektromobil

Was die Hulkas transportieren, geht weit über Golfbags hinaus. Herzstück sind große schwarze Rollboxen, die Mary Hulka einst in einem Haushaltsgeschäft entdeckte. Sie dienen den Spielern als mobile Spinde. Gary Woodland hat laut Ben drei davon, eine gehört ganz seinem Privatkoch, mit Töpfen und Pfannen. Rickie Fowler bekam irgendwann eine abschließbare Box, weil ihm Kollegen in der Umkleide immer wieder Caps stibitzten.

Dazu kommen Massagetische von zehn Fitnesstrainern, Hundeboxen, Kinderfahrräder und Matratzenauflagen. Louis Oosthuizen ließ wegen seines Rückens jahrelang seine eigene Matratze mitfahren. Steve Hulka erzählte, wie er sie in Torrey Pines in die Hotellobby zog und ein verdutzter Page ihn fragte, ob er wisse, dass das Hotel Betten habe. Für die Großmutter von Matthew Wolff, die zu jedem Turnier mitreiste, transportierten die Hulkas ein Elektromobil. Ein schweres Spinning-Bike war ebenso dabei wie das Motorrad eines Caddies.

Gegen Aufpreis gibt es seit einigen Jahren auch einen Lieferdienst bis ins Hotel oder die gemietete Unterkunft. In dieser Saison nutzten ihn nach Bens Angaben zehn Spieler.

Pannen, Wild und ein gestohlener Truck

Ganz ohne Zwischenfälle lief es in 25 Jahren nicht. Auf dem Weg von Boston zur BMW Championship in Bellerive verlor der Anhänger erst einen Reifen, dann eine komplette Radaufhängung. Mary organisierte einen Umzugswagen, die Ladung kam mit großer Verspätung an. Geoff Ogilvy stand am Montagnachmittag in Flip-Flops und Shorts auf der Range, weil alle seine Sachen im Anhänger lagen. In Houston wurde Ben im vergangenen Jahr der Truck gestohlen. Er kaufte noch am selben Tag einen neuen Pick-up beim örtlichen Händler, damit der Anhänger rechtzeitig nach San Antonio kam.

Die härtesten Wochen sind die langen Überführungen. Von der Westküste zum Florida-Swing geht es quer durch die USA, von Fort Worth zum Memorial war Ben in diesem Jahr 17 Stunden unterwegs. Bei solchen Strecken wechselt er sich mit einem Freund am Steuer ab, Auslandsturniere in Mexiko, Kanada oder Bermuda fährt er nicht an.

Nächste Saison mit größerem Anhänger

Der erste Anhänger kostete 5.000 Dollar. Für die kommende Saison hat Ben einen neuen, rund elf Meter langen Gooseneck-Anhänger für rund 60.000 Dollar angeschafft, gebaut von der Firma, die auch die Tour-Trucks der großen Schlägerhersteller fertigt. Bei der Bank of Utah Championship in dieser Woche ist er übrigens in doppelter Rolle im Einsatz: Ben Hulka trägt dort die Tasche von C.T. Pan, für den es nach einer Handgelenksoperation erst der zweite Start nach rund 15 Monaten Pause ist.

Quelle: Podcast „Fore Play“ (Barstool Sports), Folge „Meet the PGA Tour’s Secret Equipment Managers“ vom 1. Oktober 2026.

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